And Action!

Juni 15, 2014|

Making-Of des Kurzfilms „Never trust a stranger“

Zunächst seien alle die gewarnt, die den Film noch nicht gesehen haben und deshalb gehts hier knallhart und direkt zum Film:

Beginnen wir nochmal von vorn…

Wir befinden uns im 2.Semester Kommunikationsdesign, die Aufgaben der verschiedenen Kurse werden ersichtlich und wieder einmal soll ein AV-Projekt in Form eines Kurzfilms realisiert werden. Die 2.Zusammenarbeit mit Kommilitone und Co-Director Frederic wirft nach einigen Tagen des Brainstormings und dem Ideen-Verwerfen erste Früchte Beeinflusst durch einige Road-movies, wie z.B. „HWY„, „Kalifornia“ und „The Hitcher“ wird das erste Script und Storyboard erstellt. Aufgrund der kurze Laufzeit verzichten wir aber gewollt auf Action und wollen die Zuschauer der (nicht nur) FH durch Spannung im Dialog und durch einen (hoffentlich) undurchsichtigen Storyverlauf/Twist für uns gewinnen. Es ist jetzt Anfang April – Abgabetermin ist Mitte Juni.

Die 2 Darsteller sind relativ schnell gefunden, das Script noch diverse Male überarbeitet. Zudem finden sich einige freiwillige Helfer, ua. Musiker-kollege Patrick Theil, der uns mit Musik versorgt und der Radiosender „100,5 – Das Hitradio„, der uns freundlicherweise eine kostenlose Audioaufnahme zusendet.

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(Test mit Ruslan und Sebastian)

Dreharbeiten

Die Dreharbeiten begannen Ende April mit der großen Dialogszene, die wir mit verdunkeltem Wagen im Stand drehten. Unglaublich, aber der gesamte Dialog war tatsächlich an einem Nachmittag abgedreht und bis auf einige Tonstörungen, die ich später im Schnitt entdeckte, lief das schon beinahe zu gut. „Das schwierigste haben wir im Kasten…“ – dachten wir.

In den kommenden Tagen und Wochen ging es an die Aussenaufnahmen; teilweise reine Fahrtszenen ohne unsere beiden Schauspieler Ruslan und Sebastian und immer mit einer abwechselnden Gruppe von Helfern. Und auch wenn wir uns schon dem Luxus bedienten, mit meiner Canon zu drehen, die hier von ISO 200-8000 vergewaltigt wurde, so gingen die spät-abendlichen Drehs doch ziemlich zu Kosten unserer Nerven.

Der übliche Drehtag an unserer *Location nahe Geilenkirchen begann um 19Uhr, der Dreh konnte um 21Uhr starten und musste um spätestens 22,30Uhr auch wieder beendet sein. So ist das mit den Lichtverhältnissen halt.

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*Stimmt ja, die Location. Wir haben unsere Haupt-Location danach ausgesucht, dass sie möglichst abseits, ohne Licht und ohne Anzeichen irgendeiner nahen Ortschaft sein sollte. Ein Pärchen, dass sich nach unserem Tun erkundigte, erzählte uns dann, dass sich genau an eben dieser Location in den 1980er Jahren ein bekannter Mord abgespielt hat. Gruseliges Schicksal.

Zeit weiterzuziehen!Auf dem Plan standen noch die Drehs an 2 weiteren Locations, beginnend mit ein paar Aussen- und Innenaufnahmen des fahrenden Sebastians. Natürlich war auch irgendetwas mit diesem Ort (an der Teverener Heide) nicht ganz koscher, sodass einer der Drehtage damit endete, dass Sebastian sich eine Verfolgungsjagd mit einem Unweltverschmutzer leistete, der inmitten unserer Szenen ein paar alte Matratzen in die Büsche entlassen wollte.

Der finale Drehtag brachte unser gesamtes Team wieder zusammen, diesmal in die Eifel und diesmal wirklich jenseits irgendeiner menschlichen Zivilisation.Der Start gelang an diesem Tag nicht sonderlich gut und ich hatte wieder einmal erhöhten Blutdruck. Das ganze entspannte sich aber wieder, als unser Filmblut zum Einsatz kam und Sebastian nach 2 Stunden des Wartens einfach spontan einen genialen Take meisterte. „Bleib da liegen, wir drehen die Szene einfach weiter!“ Vielleicht sollte man erwähnen, dass Ruslan bei diesem ungeprobten Take direkt in eine Schlammpfütze geschleift wurde. Was tut man nicht alles für die Kunst!

Postproduktion

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Der Schnitt begann bereits paralell zu den ersten Drehtagen und beanspruchte nach der finalen Szene noch etwa drei Wochen; drei Wochen in denen wir uns Stück für Stück und meistens per Internetkonferenz an unsere Endfassung herangetastet haben. Es folgten Sound, Musik und einige visuelle Effekte (Stichwort: Regen + Filmfehler-korrektur). Anfang Juni war unser Baby geboren! Letztendlich war der Dreh wieder einmal ein Mix aus absolutem Spaß und absolutem Stress, vorallem verursacht durch die nächtlichen Arbeiten.

Ich bin stolz auf beide Darsteller, die einen grandiosen Job gemacht haben und danke allen Helfern, dass unser kleiner und dreckiger 100€-Film das Licht der Welt erblicken durfte!

Nachtrag zur Premiere

Der Film hatte am 27.06.14 in der FH seine Premiere und machte den 1.Platz im Ranking der 24 verschiedenen Projekte. Vielen Dank!

 

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