Film on film

22. März 2015|

<Dieser Artikel wurde laufend über einen Zeitraum mehrerer Monate erstellt. Es gibt viel zu scrollen und noch mehr zu erleben>

 

 

22.03.15

Es lebt!

Film lebt. Was mich an analogem Film immer interessiert hat, sind die kleinen, unberechenbaren Faktoren und das Eigenleben, dass offenbar in den dunkelsten, unterbelichtetsten, sowie auch überstrahlten Regionen eines Bildes wahrzunehmen ist. Körnung, Farbinstabilität, ja ich kann sogar dem ein oder anderen Schmutzpartikel nostalgisch doch irgendetwas abgewinnen. Ganz klar, digitaler Film ist der Faktor, dem unsereiner heute überhaupt erst erlaubt sich richtig auszutoben und auszuprobieren. Was wäre ich ohne meine erste VHS, Hi8, MiniDV-Kamera? Geliebt hab ich jede einzelne und sie wohl leider bis zur Zerstörung benutzt.

Der Reiz an dem analogen Medium und mein Interesse an dieser gewissen Ästethik begann für mich ganz klar in dem Moment, als ich in Zeiten des DVD-Hypes jenem Noe-Film eingelegt hab und mich zunächst doch wunderte, wer da etwas beim Mastering vermasselt haben könnte. Nach allmöglicher Recherche war die nächste Frage ganz klar: Wie bekomm ich sowas hin? Gibt es das noch? Was kostet das?

 

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Und hiermit sind wir im Jahr 2014 angelangt, inmitten des Studienclusters „Film“ und einem längerem Gespräch mit dem dazugehörigen Professor.

8mm-Film war für mich von Anfang an ausgeschlossen; klar ist das cool und geht auf meine anfänglich beschriebenen Faktoren ein, es ist aber schlicht zu anfällig gegen Störfaktoren und kommt leider nie weg von „diesem 70er Jahre Urlaubsfilm“. 16mm-Film hingegen ist dank moderner Technik manchmal schon fast nicht mehr von 35mm Film zu unterscheiden, man denke da z.B. an Filme wie „The Hurt Locker“ – Wahnsinn! Das Format lässt Qualität zu, versteckt seinen Ursprung aber keineswegs.

 

-Trailer „The Hurt Locker“

(Und bevor hier Jemand meckert, ja ich weiss, das ist SUPER-16)

 

– Trailer „Black Swan“

 Jup, ebenfalls SUPER-16…Langsam verliere ich an Glaubwürdigkeit. Ok, aller guten Dinge sind 3:

 

 – Nirvana – Live At The Paramount

Im Übrigen ein fantastisches Beispiel dafür, was ich anfangs mit „Eigenleben“ erklären wollte. Seht euch die dunklen Ecken, vorallem aber die Highlights an!

 

Wo waren wir stehengeblieben? Jedenfalls stellt sich im Laufe des Gesprächs mit meinem Professor heraus, dass Equipment durchaus zu bekommen ist, die Suche nach Filmmaterial sollte für uns Laien aber noch schwierig werden. „Wenn das das einzige Problem ist….“ und schon ist der Initialfunke gezündet!


Die Suche nach dem heiligen Schmal…filmmaterial

Einige Wochen später und Fred ist an Board. Mit Fred habe ich damals bereits „Never trust a stranger“ gedreht und ich hoffe er wird sich im Verlauf dieses Artikels noch selbst zu Wort melden. Und noch ein Glücksfall – wir bekommen sogar ein kleines Budget gesponsert!

Die nächste Zeit beschäftige ich mich damit, Firmen abzuklappern und nach Restbeständen von Filmmaterial zu fragen und wer hätte es gedacht, dass das eine derart mühseelige Angelegenheit wird! Der Großteil der Antworten war entweder keine Antwort, „Gibt es nicht mehr“, über persönliche Angriffe eines gewissen Ein-Mann Betriebs, über einen Kontakt in Pakistan und dann einem Händler in England. Und nun haben wir gutes Geld gelassen, besitzen aber tatsächlich ganze 3 Rollen Fuji EternaVivid 500T. Vielleicht sollte ich noch anmerken, dass sich zwischenzeitlich auch eine Firma fand, die uns zum Sondertarif den Film entwickeln und digitalisieren will. Wenn alles gut geht, werdet ihr sie hier später noch kennenlernen.

Moment, ich werde unterbrochen. Unser Baby ist da!

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Das Filmstudio der RWTH ist so freundlich und leiht uns ihre ARRI ST16 und eine Hülle und Fülle an Zubehör. Ich konnte es im Moment der Übergabe garnicht fassen – im wahrsten Sinne des Wortes, so ein 10Kg-Gerät sind wir Spiegelreflex-streichholzkinder nicht mehr gewohnt.


Wie geht es weiter und wer mit wem?

Für mich, der immer auf Sicherheit geht, war es wichtig, dass wir zunächst die Machbarkeit auf technischer Seite sicherstellen können, bevor das Projekt wirklich startet. Soweit sind wir nun, Kamera ist da, Film ist da, sonstiges Equipment bekommen wir schon noch zusammen. Zusammen mit Fred wird sich schnell geeinigt, dass sich das Projekt an sich eher um eine einfache Geschichte drehen und mehr die Arbeit im Vordergrund stehen soll:

Kurze Thriller-ähnliche Handlung ohne Ton und mit musikalischer Untermalung.

Das war nun flott entwickelt – entwickeln wird sich das ganze dann doch aber noch reichlich komplexer (und cooler) und und meine väterliche Sorge um das Baby Film wird  das ein oder andere Mal (möglicherweise dezent übertrieben) geweckt:

Wir haben zwei neue Teammitglieder an Board; Patrick Suite und Denise. Und wo wir jetzt schon diverse Namen in den Raum schmeissen, für Musik ist auch schon gesorgt, die übernimmt Samy Oeder, der bereits in meinen anderen Projekten auf die ein oder andere Art involviert war. Und wo die Liste der Namen jetzt noch größer wird, wir erlauben uns sogar den Luxus eines eigenen Making-Of Filmers namens….und die Schauspieler sind auch schon an Board und heissen…OK, Ich stoppe hier, das jonglieren mit Namen macht keinen Sinn, die Vorstellung spare ich mir für’s nächste Mal.

In der kommenden Woche startet das Semester und das alles hier wird erstmals als Gesamtkonzept präsentiert.

 


24.03.15

„Warum bin ich eigentlich hier?“

Bevor ich nun die angekündigte große Shake-Hands Runde machen konnte, trudeln auch schon die ersten Texte der Mitbestreiter ein.

Patrick, warum zum Teufel bist du eigentlich hier?

 

„ Bei jedem Filmemacher gibt es den einen Augenblick, den einen Moment, wo sich jeder Filmemacher ins Medium verliebt. Es ist dieser Moment, wo der Herzschlag kurz schneller schlägt und Du, als junger Mensch, nicht verstehst warum. Das passiert im jungen Alter hin und wieder, wenn Filmschätze geworden sind. Bei mir waren große Einflüsse auf 35/70 mm  „Sieben“, „2001“, „Blade Runner“ oder „Fight Club“. Diese Filme würden heute ganz anders aussehen und sich vorallem anfühlen, ich will das gar nicht aus nostalgischer Sicht betrachten. Doch jetzt selbst Augenblicke kreieren, die irgendwie auch meine eigenen Filmleidenschaft ausgelöst haben, da wird irgendwie ein Traum wahr.

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Jetzt werden einige Filmkollegen kommen und sagen, sei nicht so kitschig, dreh doch digital und pack Dir LUTs mit analogen Profilen drauf. Doch die Simulation vom analogen Material bleibt aber doch halt die digitale Simulation. Das analoge Material behandelt Licht doch anders und durch das Eigenlebens des Filmmaterials u.a. Rauschens kann halt auch keine Simulation mit der gleichen Wirkung nachstellen. Heutige Filmemacher wie Steven Soderbergh, David Fincher oder Lars Von Trier reizen den digitalen Look so aus, dass es das Medium Film neue Facetten gibt.

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Doch es geht nicht allein um die Haptik des Bildes, sondern auch um das Gefühl der Limiterung. Wir haben eine bestimmte Anzahl von Filmrollen, mehr können wir nicht drehen. Speicherkarte ist da nicht. Wir haben keine direkt Ansicht, keine Dailies nach der Aufnahme. Man hört förmlich wie das Budget verbraucht wird, dadurch entsteht ein viel entschleunigtes Arbeiten. Das wird spannend, allein wenn ich daran denke, bin ich doch wieder so ein bisschen 8 Jahre und schaue fasziniert die arbeitende Kamera meines Opas an.

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Besonders intensiv merke ich auch bei unseren Gesprächen im Team über die Ausführung des Filmes. Da sind alle mit dabei. Da wird auch mal 2 Stunden über ein Klebeband geredet, was auftaucht oder Gegenstände, die wahrscheinlich nicht vielen Zuschauer direkt auffallen werden, aber die Welt ausmachen werden. Da fliegen mal auch die Fetzen, aber am Ende haben wir ein gutes Ergebnis, weil jeder seine Filmleidenschaft reinpackt. Das ist allemal besser als ein stiller Tisch, wo sich keiner für das Projekt begeistert.

 

Wegen all diesen Punkten bin ich dabei und freue mich auf das Experiment, die Erfahrung 16 mm.“

 


07.04.15

Hearts Of Darkness

Der ganze Spaß hat nichtmal wirklich angefangen und unser Projekt trägt jetzt bereits den inoffiziellen Titel „Hearts Of Darkness“. Für diejenigen, denen das nichts sagen sollte: „Hearts Of Darkness“ ist der Name des Romans, auf den „Apocalypse Now“ basiert und gleichzeitig der Titel des dazugehörigen Making Ofs, bei dem man wunderbar sehen kann wie alles, aber auch alles bei einer Filmproduktion schief gehen kann. Ein toller Film!

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Es sind jetzt gerade einmal 4 Wochen seit meiner letzten Meldung vergangen, aber ich fühle mich als hätte ich in der Zeit 3 oder 4 Herzinfarkte knapp überlebt. Das Film-Film Business ist hart, vorallem bei unserem knappen Studenten-budget. Da kommen plötzliche Stimmungsschwankungen der Postproduktion-Firma nicht gut. Ebenso ungut sind Hardwareausfälle, bspw. das Getriebe unseres 400ft Film-magazins, vielleicht bin ich bei diesem Projekt aber auch einfach zu angespannt und fragil – immerhin wird hier ein Traum war! Schluss mit der Meckerei, denn es gibt auch positive Neuigkeiten!

Wir haben ein wunderbares Treffen mit unserem Musiker hinter uns, einige weitere produktive Besprechungen, sind im dankbaren Besitz einer vierten Filmrolle von 11min. und wollen Donnerstag Probe-schießen. Wenn das Material stimmt, geht es dann nächste Woche auch schon ans Eingemachte.

Mit ein paar (analogen) Eindrücken verabschiede ich mich für’s Erste wieder.

 


17.04.15

„Haben wir überhaupt etwas belichtet?“

Es ist Donnerstag-früh und das erste Beladen mit einer scharfen Rolle (nein, damit meine ich keinen asiatischen Snack) steht an. Dumm, wenn man nach vielen Minuten hochkonzentrierter Tappserei in der Dunkelkammer dann feststellen muss, dass bei der Bestellung der Filmrollen irgendetwas schief gelaufen sein muss. Wo zum Geier ist die 2. Perforation?

Vielleicht ein kurzer Einschub:

Beim besagten Filmmaterial gibt es im Prinzip 3 Möglichkeiten; einseitige Perforation Seite A, einseitige Perforation Seite B und beidseitige Perforation. Nun ja, problematisch wird es dann (zumindest für uns Laien), wenn die teuer erkaufte Rolle nicht die Perforation aufweist, die die Kamera fressen will (Ich gebe zu, jetzt sind wir doch wieder bei asiatischen Snacks).

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„Ok…..Fuck.“

Nach stundenlangem Denksport haben wir das Problem scheinbar doch noch gelöst und begaben uns auf den Weg zur Film-Location, um erste Tests mit der Technik durchzuführen und hoffentlich schon bald ein Ergebnis zu sehen.

Das Gefühl beim Einschalten der Kamera und das Geräusch, dass man mit einem Las Vegas-Spielautomaten vergleichen könnte, bringt eine ungeheure Spannung und Ehrfurcht ans Set. Jede Bewegung wird geprobt, die Fokussierung und das Licht penibel gemessen. Im Vergleich zum digitalen Shoot würde ich sagen, dass wir unsere Arbeitsgeschwindigkeit auf 40% heruntergeschraubt haben. Ist das gut, ist das schlecht? – Es ist einfach anders, ganz anders.

Bei all der Mühe und Anstrengung und in Anbetracht der Verwirrung und der Probleme am Morgen, haben wir denn nun überhaupt etwas belichtet oder dreht sich die Rolle zur eigenen Belustigung im Innern unserer Arri? Yes, we have!

Das digitalisierte Ergebnis trudelte in der Nacht zum gestrigen Donnerstag bei uns ein, zeigt uns, dass die Technik einsatzbereit ist und unser selbst-erarbeitetes Analog-Wissen wohl doch nicht ganz so verkehrt sein kann. Am wichtigsten: es sichert uns den geplanten Produktionsverlauf und den ersten Drehtag am kommenden Samstag!

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20.04.15

Wo ist der Haken?

 

12:00 Setaufbau

15:00 Drehbeginn

18:00 Pause

22:00 Ende

 

Das war der Plan für unseren ersten realen Drehtag am vergangenen Samstag. (Punkt)

Ja und, wo ist der Haken? Der Haken bei der Sache ist, dass es keinen Haken gibt. Der Plan wurde mehr als großzügig eingehalten, die Technik lief, die Schauspieler und die gesamte Crew waren toll und unsere 122m Film-Rolle reichte letztendlich sogar noch für zusätzliche, nicht geplante Aufnahmen. Es ist mir schon fast unheimlich, wie aalglatt dieser Dreh verlaufen ist. Irgendwo, irgendwo muss der kleine Fehler sein, der alles zunichte macht! War überhaupt ein Band in der Kamera? Ja. War das Band richtig rum eingelegt (so dumm es klingt, da werden Erinnerungen an die Vorbereitungen wach)? Ja. Ok, ich gebe auf und warte einfach darauf, dass der Film entwickelt wird und uns in baldiger Zukunft in digitaler Form erreicht.

Genau – das muss es sein!

Hm…eher doch nicht, unwahrscheinlich – denn unsere Postproduction Firma leistet bisher mehr als grandiose Arbeit. Vergesst es!

Spaß bei Seite, es war ein großartiger, hochinteressanter und hochproduktiver Tag und ich bin allen Anwesenden für ihre Arbeit mehr als dankbar! Ich persönlich habe jenseits der Bedienung unserer Arri garnicht viel mitbekommen, muss ich gestehen. Das ist wohl der „Flow“.

 

(An dieser Stelle muss ich euch darauf einstimmen, dass die Anzahl verräterischer Bilder aus Gründen der Geheimhaltung von nun an abnehmen wird.)

 


29.04.15

2.8? – 2.8!

Ohne viel Gemurmel folgt nun Fred‚s Bericht über den ersten Drehtag:

„Nach Monaten der Ideenfindung, des Skript-Schreibens, Storyboardens und Vorbereitens war es am 18. April endlich soweit: Der erste Drehtag.

Für mich fing alles um 12:00 an, indem ich Patrick (Regie), Dimitri (Schauspieler) und Liam (Making-Of) in Aachen einsammelte, und richtung Geilenkirchen fuhr. Am Drehort angekommen, konnten wir auch schon fast mit dem Dreh beginnen. Zwei Tage zuvor hatten wir bereits alles aufgebaut, und bei unserer Ankunft standen Scheinwerfer, mein Arbeitsgebiet für den Tag, und die Kamera schon bereit.

Während Ruslan in der Maske von Denise übel zugerichtet wurde, rührten wir fix den Beton an und schossen die ersten zwei Einstellungen mit unserem Entführer. Soweit, so gut. Die Testaufnahmen aus der vorigen Woche waren alle einen Ticken zu dunkel ausgefallen, also gingen wir diesmal im Zweifelsfall eine Blendenstufe höher, und „2.8?“ „2.8!“ wurde zum geflügelten Dialog. Trotzdem wurde vor jedem Take Licht, Schatten und Entfernung der Kamera penibel gemessen, und mit der Canon 6D geprüft. Tatsächlich verlief so ziemlich alles nach Plan, und wir kamen mit den Einstellungen sehr gut durch.

Bis 18 Uhr hatten wir zwei Drittel aller geplanten Szenen geschossen, und gingen mit leckerer Pizza in die wohlverdiente Drehpause.

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Im Anschluss drehten wir eine Szene, die nur mit einer Taschenlampe beleuchtet wurde. Also wechselte meine Aufgabe kurzerhand vom Licht zur improvisierten Nebelmaschine. Ein paar Einstellungen später waren wir auch schon am Ende unserer Shotlist. Nach dem finalen Take hatten wir entgegen allen Befürchtungen sogar noch 18 Meter Film übrig, sodass wir, während Ruslan sich von seinem Elend befreien durfte, noch einige Detailaufnahmen machen konnten. Pünktlich um 22 Uhr waren wir mit Abbau fertig, und stiegen müde, aber zufrieden in unsere Autos, der Heimreise entgegen.

Im Glauben, dass dies der anstrengendste von unseren geplanten zwei Drehtagen sein würde, könnten wir fast denken, wir hätten das gröbste hinter uns. Die Projekttaufe „Heart of Darkness“ lässt diesen perfekten Drehtag fast wie ein böses Ohmen wirken. Ob da noch was kommt? Viel mehr als warten können wir jetzt jedenfalls erstmal nicht tun, bis wir die entwickleten Aufnahmen aus Belgien bekommen.

In Zeiten, in denen sich bei einem digitalen Dreh nach jedem Shot alle um die Kamera versammeln, und ein direktes Ergebnis bekommen, und wir uns sonst noch am gleichen Abend an den Rohschnitt machen, ist das eine willkommene Abwechslung. Wir können das Geschehen erstmal sacken lassen, überlegen, was wohl falsch gelaufen sein könnte, und uns dann überraschen lassen. Diese Überraschung, wie auch bei analogen Photos, geht beim Digitalen Dreh leider verloren.

Ebenso wie Chris war auch ich an diesem Drehtag im Technik-Modus: Sitzt das Licht? Ist ein Kabel im Bild? Stimmt die Einstellung mit unserem Storyboard überein? Das eigentliche Schauspiel hatte ich hingegen größtenteils ausgeblendet, und verlies mich dabei ganz auf Patrick, Denise, und unsere Schauspieler. Umso gespannter warten wir jetzt auf das entwickelte Material, um endlich das Ergebnis als Ganzes zu sehen.

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Ein großes Dankeschön gilt insbesondere unseren zahlreichen Helfern, die uns bei Licht, Maske und Kamera unterstützten, und so für einen sehr angenehmen Dreh sorgten.“

 


04.05.15

Die Polizei lässt sich blicken

Die Polizei, im Englischen The Police und ja, ich meine die Band die uns „Every Breath You Take“ (und ein Haufen viel besserer Songs) beschert hat.

Nun, was hat The Police mit unserem Film zu tun? In den letzten Tagen schwebt immer wieder ein Zitat von Stewart Copeland (Drummer) im Raum, dass inhaltlich etwa sagt: „Ich liebe Sting wie einen Bruder, aber sobald das Thema Musik angesprochen wird, wollen wir uns beide gegenseitig umbringen.“ Sting und Stewart haben zwei deutlich unterschiedliche musikalische Auffassungen und genauso groß wie ihr Können in diesen Bereichen – und möglicherweise sogar noch größer – ist ihr beider Ego. Es ist ja nunmal kein Geheimnis, dass bei der Band buchstäblich mit Fäusten komponiert wurde.

Bei diesem Dreh gibt es keine deutlich unterschiedlichen Meinungen, wir ziehen alle an einem Strang und erfreuen uns der Sache an sich.

…Aber dann gibt es da diese feinen, kleinen Details, sagen wir Nuancen, die uns ab und an in ähnlichen Wahnsinn verfallen lassen. Und nun sitze ich hier um 6Uhr morgens, trinke meinen Kaffee und versuche meine Gedanken aus den letzten 3, 4 Stunden zu ordnen. Ist das Liebe zum Medium, ist das einfach nur bescheuert, oder was ist das?

Zurück zum Kern:

Die Planung für die anstehenden Aussenaufnahmen ist in vollem Gange. Die exakte Location muss noch her, die Technik vorbereitet werden. Ich wage zu behaupten, dass es im Vergleich zu den aufwändigen Innenaufnahmen eigentlich relativ locker abzuarbeiten wäre. Das ist der Endspurt einer langen Reise, die Ende letzten Semesters begonnen hat und viele, viele Hürden mit sich brachte. Zeit sich dessen bewusst zu werden und zu erfreuen!

 


27.05.2015

The end is near

Die Zeit verstreicht und das Semesterende nähert sich, allerdings sind und waren wir nicht untätig. Zunächst einmal haben wir unsere ersten Tageslicht-testaufnahmen hinter uns gebracht, die aufgrund der Verwendung mehrerer Filter (bedenkt, wir benutzen einen relativ schnellen Film) mit einer Menge theoretischer Rechnerei einhergingen. Überhaupt zwingt einen die Verwendung des Filmmaterials erstmals dazu, sich überhaupt einmal mit dem Sinn und der Funktionsweise all dieser netten Utensilien auseinanderzusetzen. Im Zeitalter des Digitalen ist das ganze Zeug doch nur Spielzeug. Sämtliche Eigenschaften lassen sich mit kleinen Gimicks bereits im Display der Kameras einstellen.

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Gesternabend trudelte das digitalisierte Ergebnis des Shootings ein und lässt uns froh stimmen! In diesem Zusammenhang muss ich nun endlich auch einmal lobend den Namen unserer Postproduction-Firma erwähnen – „DeJonghe Film Postproduction“ in Belgien. Wenn ihr euch erinnert, hatten wir anfangs doch ein paar Probleme mit den deutschen Kollegen, die weder sonderlich kommunikativ waren, noch vernünftige Bedingungen für uns herstellen konnten. Bei „DeJonghe“ stimmt einfach alles – Kommunikation/Service, Qualität und auch der nicht ganz unerhebliche Faktor Preis. In diesem Sinne nochmals unsere Empfehlung und Lob für diese tolle Firma!

 

Nun, also die Technik ist halbwegs im Griff, ran an die weiteren Vorbereitungen für die Aussenaufnahmen, die Ende nächster Woche stattfinden sollen (vorrausgesetzt das Wetter stimmt). Zu diesem Zweck sind wir sogar schon im Besitz einer waschechten Drehgenehmigung! Viel mehr kann ich zu diesem Zeitpunkt nicht verraten, lasst euch einfach überraschen und bis die Tage!

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07.06.2015

Die Produktion ist beendet!

Es ist soweit. Die dritte und letzte Rolle wurde am gestrigen Tage feierlich belichtet und beinhaltet die Szenen der 2. Hälfte unseres Kurzfilms und die Credits, die wir ebenfalls auf analoge Art und Weise erstellt haben.

Und wieder einmal zeigt sich, dass die intensive Vorbereitung und Kalkulation der Szenen und Szenen-länge sich auszahlt. Ich finde es nach wie vor faszinierend, wie produktiv so ein Dreh verlaufen kann, wenn man weiss, dass die Kasse klingelt sobald die Kamera läuft und nach eben 11min schlicht und einfach Schluss ist. Das ist tatsächlich auch so ein Faktor, den ich unbedingt für kommende Arbeiten mit- und übernehmen möchte!

Kurz gesagt hat wieder einmal alles gepasst, auch wenn wir etwas später begonnen und mit der ersten weiten Aufnahme in der Natur doch etwas mehr Zeit benötigt haben. Der Sonnenbrand an den Armen ist hierbei noch ein nettes Präsent des fantastischen Wetters, auf das wir bei diesem Drehtag angewiesen waren.

Das war es auch schon von meiner Seite aus. Ich hoffe meine Crew meldet sich noch einmal zu Wort, ansonsten hört ihr spätestens nach der nächsten Schnittfassung wieder von mir.

Nicht zu vergessen: Nochmals ein großes, großes DANKE an alle Helfer, die gesamte Crew, die Schauspieler, die Sponsoren von Geld, Catering und Equipment!

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12.06.15

Mini Foto-Update

Langsam trudeln die letzten Foto-negative ein. Und hierbei ist es immer wieder ironisch, wie verführerisch diese Equipment-Fotos auf mich doch wirken. Dabei war EIN Faktor bei diesem gesamten Projekt der, dass ich mich mit dieser Uralt-technik doch ein wenig von eben jenem „Meine Kamera kann im Durchschnitt…“-gequatsche lösen wollte. Tja, Schuss in‘ Ofen…

 


18.06.15

Die Babies sind zurück.

Die „final roll“ ist entwickelt, gescannt und Patrick befindet sich bereits jetzt voll in den letzten Zügen des Schnitts. Man sollte beachten, dass „Relapse“ in gut 2 Wochen seine Premiere in der Showtime der FH-Aachen feiern soll. Einen netten Pressetext mit Teaser hat unser betreuender Professor Matthias Knezy-Bohm bereits veröffentlicht.

Gleichzeitig halte ich in diesem Moment unseren physischen Film wieder in meinen Händen, den ich, nein wir persönlich heute bei „DeJonghe Film Postproduction“ in Kortrijk, Belgien entgegenehmen durften.

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Es war ein schlicht großartiger Tag! Das familiäre Team bei DeJonghe hat uns ohne zu zögern eine Führung durch ihre Firma angeboten, die die verschiedenen Schritte von Film-entwicklung und Scan detailiert veranschaulicht hat. Und man muss im gleichen Zuge einfach einmal sagen, dass diese Menschen nicht nur eine fantastische Arbeit leisten, sondern uns auch mit einer überaus großen Gastfreundlichkeit und Wärme empfangen haben, das hat uns tief beeindruckt!

(Ich möchte jetzt allerdings nicht zu sehr auf die Führung selbst eingehen, da ich diese später noch zu einem einzelnen Artikel zusammen werde.)

 

Also, wie finden wir hier ein vernünftiges Ende? Es ist nun leider Zeit.

Ein lachendes und ein weinendes Auge blicken auf einige Monate an Arbeit zurück, die durch extreme Vorbereitung, durch teils extremen Frust, aber vorallem durch extreme Freude bestachen. Das wahrwerden dieses Traumes musste sich erarbeitet werden und das ist gut so! Wir alle sind zu diesem Zeitpunkt zufrieden und euphorisch und zumindest ICH weiss schon jetzt, dass dies nicht mein letztes Experiment mit dem Analog-film sein wird.

Irgendwie fehlt jetzt das finale Produkt, stimmts? So Leid es mir tut, aber ihr müsst euch noch eine Zeit gedulden bis ihr den Film tatsächlich mit euren Augen hier erblicken könnt. Ob es den Otto-normal Zuschauer dann sonderlich kratzt, warum und weshalb unser Film so aussieht und wirkt wie er es tut, das weiss ich nicht. Aber es mag ja auch Leute geben, die sich nicht an E-Drums stören, um mal in der Sprache dieser Website zu bleiben.

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10.07.15

Here it is.

 


20.10.15

Lange nicht tot

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3 Monate sind vorüber und hier und da poppt immernoch Interesse auf. Dieses mas war „Relapse“ Vorprogramm beim Filmstudio. Nicht nur das, es folgte eine kleine Diskussionsrunde mit Erklärungen zum Dreh und Fragen aus dem Publikum. So soll’s sein!