Interview mit Staffan Kihlbom

September 6, 2016|

Staffan Kihlbom (geb.1964) ist ein schwedischer Schauspieler und Regiesseur, der in verschiedenen internationalen, aber vorrangig schwedischen Filmproduktionen mitgewirkt hat.

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In Danny Boyle’s Verfilmung von „The Beach“ aus dem Jahr 2000 spielte er die Rolle des Fischfang-begeisterten Schweden Christo, dessen Schicksal ultimativ die gesamte heile Welt der Strandcommunity in Zweifel stellt.

Es freut mich sehr, dass Staffan uns freundlicherweise genau zu diesem Film ein paar Informationen aus erster Hand gibt.

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Was ist das erste, an das Du Dich zum Dreh von „The Beach“ erinnerst?

Das erste an das ich denken muss, sind all die wunderbaren Menschen, die ich in Thailand getroffen habe. Eine wunderbarer Cast und eine wunderbare Crew.

Du spielst im Film ja eine ziemlich große Rolle, nämlich die des „Christo“. Wie bist Du an diese Rolle gekommen, wurdest Du gecastet?

Einer meiner Freunde kam mich besuchen, als ich gerade in Stockholm ein Bühnenstück gespielt habe. Nach dem Stück sind wir noch in eine Bar gegangen um ein paar Biere zu trinken und er erzählte mir, das er in Kontakt mit der Castingregiesseurin von „The Beach“ wäre, die in London arbeitete. Ich habe ihn gefragt ob es OK wäre, wenn ich sie auch einmal kontaktieren würde. Nach einer langen Pause sagte er „OK“. Es endete damit, dass ich den Job bekam und er nicht, aber es war nunmal Typecasting. Und falls Du es Dich fragst, wir sind übrigens immernoch Freunde.

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Ich habe den Produktionsplan für Thailand gesehen und darauf stand, ihr habt 4 Monate lang in Thailand gedreht, wobei nur 14 Tage auf dem eigentlichen Strand, Maya Bay eingeplant waren. Das klingt nach einem recht harten und stressigen Dreh?

Es war schrecklich! NEIN! Einen Großteil der Zeit mussten wir warten, allerdings mit fantastischen und lustigen Menschen. Wir sollten „Standby am Hotel“ sein, was bedeutete, wir waren „Standby am Strand“.

Wie würdest Du einen durchschnittlichen Arbeitstag bei dieser Produktion beschreiben?

Wir waren im Prinzip jeden Tag am Set. Warten. Training. Backgammon. Musik machen. Probe. Mehr Backgammon.  Nochmal warten und ein bisschen Schauspielern.

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Als ein Europäischer Schauspieler, wo sind die Unterschiede zwischen einer solchen Hollywood Produktion im Ausland im Vergleich zu bspw. Deinen Filmprojekten in Schweden?

Ich würde sagen, sowohl in Größe, als auch in Kompetenz.

Wie war die Arbeit mit Regiesseur Danny Boyle? In all seinen Filmen sehen wir immer „kindliche“, verspielte Ideen. Ist das eine Reflektion seiner entspannten Arbeitsweise oder ist er eher Jemand, der alles kontrolliert und nur nach Plan geht?

Danny war fanfastisch! Er hat uns dazu ermutigt unsere eigenen Charaktere und Hintergrundgeschichten zu gestalten. Er liebt Schauspieler und glaubt an sie.

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Wie empfindest Du die Unterschiede zwischen dem Roman von Alex Garland und dem Film? Eine Menge Leute sind ja enttäuscht von den Änderungen im Film, gerade in Bezug auf das Ende.

Ich mochte den Roman sehr. Er ist sehr düster und verstörend auf eine interessante Art und Weise. Im Roman ist Leonardo DiCaprio’s Charakter Richard passiver und beobachtender, als alles den Bach runtergeht.

Aber man muss eben ein paar Eier zerbrechen um ein Omelette zu machen…Ich vermute, sie wollten mehr Action in den Film bringen und vielleicht hätten sie den Film düsterer gestaltet, wenn sie einen anderen Hauptdarsteller gewählt hätten.

Woran arbeitest Du aktuell und was wäre dein Traumprojekt?

Gerade versuche ich zu schreiben und ein paar kleine Projekte auf die Beine zu stellen, selbst Regie zu führen. Das meiste davon für’s TV, Comedy. Mein Traumprojekt wäre es einmal mit Wes Anderson, Paul Thomas Anderson oder Christoph Nolan zu arbeiten.

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Mehr zu Staffan Kihlbom erfahrt ihr auf seiner Website

Portraitbild: www.staffankihlbom.com / Screenshots:“The Beach“, DVD 20th Century Fox