Sonor-Days 2010

15. Juni 2014|

Als ich im Februar 2010 auf der Myspace-Seite von Drummer Gavin Harrison las, dass er für ein paar Workshops/Masterclasses nach Deutschland käme, konnte ich meinen Augen zunächst kaum trauen. Der nächste „Schock“; das ganze sollte im Zuge eines ersten „Festivals“ der deutschen Sonor-werke in Bad Berleburg stattfinden.

Sonor-Days 2010

Da ich persönlich schon seit Jahren auf die Qualität dieser wunderbaren Instrumente schwöre und viele weitere meiner Musiker-helden ebenfalls, war die Aussicht auf die Begehung dieser heiligen Stätte einfach unglaublich. Zudem konnte ich Gavin vorab im Internetforum noch fragen, ob er bereit wäre meine geliebte Designer- Snare zu signieren.Seine Antwort: „Sure, just take it with you“ – Yeah!

Die Tickets für die am 30.Mai stattfindende Masterclass warteten ungeduldig Monat für Monat im Umschlag, bis die 350km Reise ins Hochsauerland an jenem Sonntag dann tatsächlich starten konnte.Ein befreundeter Bassist kam spontan mit.

Umgeben von gewaltigen Wäldern, konnten wir die doch sehr „gemütlich“ anmutende Sonor-Fabrik ausmachen und begaben uns, vorbei an Marchingband und Zeitschriftenständen direkt zur Factory-tour.Nach einigen netten Schwätzchen mit den Mitarbeitern startete die Tour,umfasste das Holzlager mit diversen feinen Furnieren, die Kessel- und Hardwarefertigung, sowie Percussion und Lackiererei.

Interessante Details, wie ein Stapel Furnierholz mit der Aufschrift „Jojo Mayer“ , diverse blanke Sonor-Badges, Gold Hardware und das, sich gerade in der Lackiererei befindliche Rammstein-Set, waren zugegen. Ebenfalls eine über 20-schichtige Snaredrum mit skurrilem Design. Aber halt! Zeit die Tour zu unterbrechen und zum Workshop-zelt aufzubrechen!
Angekommen, sahen wir Mr.Harrison bereits an einem kleinen „zusammengewürfelt“-anmutenden Set sitzen, der uns locker mit einem „Hi“ begrüßte. Der Workshop startete und umfasste einen Einblick in Gavin’s ausgezeichnetes Lehrprogramm zum Thema „rhythmische Illusionen“, wobei uns die dargebotenen Übungen nicht selten in geistige Verwirrung versetzten. Zu jedem Zeitpunkt war es möglich, eigene Fragen zu stellen, auf die Gavin mit Fachwissen und Humor einging. Ein echter Profi mit absolut bodenständigem Charakter!

Nachdem der Workshop die vorgegebene Zeitspanne schon deutlich überschritt, wurde Gavin von den Sonor-Mitarbeitern gebeten zum Ende zu kommen. Immerhin stand für ihn und andere Drummer noch ein späteres Programm im großen Zelt fest.

Zeit nochmal die Hand zu schütteln und ein bisschen Smalltalk zu führen. Ein kleines Geburtstagsgeschenk (lustigerweise haben wir beiden am gleichen Tag Geburtstag, dem 28.05.) in Form einer Zeichnung, wurde dankend entgegengenommen, wobei Gavin sofort überlegte, aus welcher Tour die Abbildung wohl stammen können. Und ja, da war doch noch etwas, nämlich meine Snare!

Begeistert von Workshop und dieser Begegnung, machten wir uns zunächst auf, um unsere Mägen zu füllen.Die angebotene Currywurst war schlicht und ergreifend die Beste, die ich je gegessen habe! (Offensichtliche Sonor-Qualität)
Als die Quelle des ungeheuren Krachs, welcher durchweg hör- und spürbar war, entpuppte sich der Showroom neben dem kleinen Sonor-museum, in dem Kinder und Jugenliche all ihre Energie in die feinsten Ausstellungsstücke der Firma steckten. Geplagt durch einen dezenten Ohren-stress, konnte ich es mir dennoch nicht verkneifen, dass Sonor Delite „Danny Carey“ Show-Set selbst einmal anzutesten, auch wenn ich als treuer Fan des großen Mannes natürlich kritisieren muss, dass es eben nicht sein Arbeits-Set.

Im großen Zelt gab gerade Benny Greb seine Show zum besten. Ihn, sowie auch Dave Langguth, ein weiterer Headliner des Festivals, trafen wir in den Pausen vor der Bühne. Keine Berührungsängste und keinerlei Abschirmung von seitens der Organisation – durchweg eine sehr familiäre und freundliche Stimmung! Was noch folgen sollte war Gavin Harrisons Auftritt und eine große Verlosung. Die Wartezeit überbrückten wir damit anzusehen, wie Techniker und Mr.Harrison selbst, das Set auf der Bühne aufbauten. In der anschließenden Show spielte er einige Songs aus seinem Solo-Album mit „05Ric“, Jazz-Klassiker und unter anderem die Porcupine Tree Songs „Bonnie the cat“,“Anesthesize“ und „Futile“.

Nach der Show begab sich Sonor-Leiter Karl-Heinz Menzel auf die Bühne, bedankte sich für das Gelingen des Festivals und übergab zusammen mit Gavin Harrison die Preise der Verlosung; unter anderem ein Force 3007 Jungle-Kit.Time’s over, Zeit die heilige Stätte im tiefen Tal wieder zu verlassen und nach Hause zu fahren.

Ein fantastisches, familiäres Ereignis , das sich im nächsten Jahr mit den „Sonor-Days 2014“ hoffentlich genauso wiederholen wird. Ich werde garantiert wieder dabei sein!

Sonor Days 2010